Tochterverein der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit

„Wir wollen in ganz Schlutup etwas bewegen“

Der Gemeinnützige Verein Lübeck-Schlutup e.V. setzt sich seit mehr als 100 Jahren für die Belange des kleinsten Lübecker Stadtteils ein und hat eine lebendige Vereinskultur erschaffen. Doch was macht diesen Verein so besonders?

Da ist zuerst die lange Tradition des Vereins:

„Im Jahr 1903 gründeten 37 Geschäftsleute den Verein, um in Schlutup Vorhaben anzuschieben, die durch die Stadt nicht gedeckt waren. Alles begann mit dem Bau eines Kindergartens“, erzählt der heutige Vorsitzende Achim März. Die damalige Idee werde heute weitergeführt: „Unser primäres Ziel ist es, unseren Ort für alle Bewohner noch ein bisschen schöner und liebenswerter zu machen.“ Und das kommt bei den rund 6.000 Einwohnern des ehemaligen Fischerdorfes richtig gut an. Inzwischen zählt der Gemeinnützige Verein Lübeck-Schlutup e.V. mehr als 560 Mitglieder. Eine Zahl, die März stolz macht: „Es ist eine tolle Bestätigung unserer Arbeit. Zu uns kommen auch immer mehr junge Familien.“

Große Aufwertung des Stadtteils

In den vergangenen Jahren hat der Tochterverein der GEMEINNÜTZIGEN viele bedeutsame Projekte realisiert: „Im Jahr 2004 haben wir mithilfe von Spenden ein Kleinkinderbecken für das Freibad finanziert. Dadurch konnte sogar der Erhalt des gesamten Schwimmbads gesichert werden“, berichtet März. Acht Jahre später folgte dann mit der Umgestaltung des Marktplatzes eines der größten Vorhaben in der Vereinshistorie. Es gelang, den Flickenteppich aus Asphalt, Gras und einem maroden Bushäuschen zu einem der schönsten Plätze der Stadt umzugestalten. „Die Gemeinnützige Sparkassenstiftung hat uns dabei mit 44.000 Euro unterstützt“, freut sich Michael Kieckbusch, der 2. Vorsitzende des Vereins. Dass der Verein in ganz Lübeck einen guten Ruf genießt, wurde bei einer weiteren Initiative der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung im Jahr 2017 deutlich: Man gewann bei der Aktion „200.000€ für Zehn“ und schaffte mit dem Preisgeld ein Sonnensegel für das Kleinkinderbecken sowie ein Beachvolleyballfeld für die Ballsportfreunde an.

Abwechslungsreiche Veranstaltungen

Neben der Durchsetzung wichtiger baulicher Veränderungen ist es den Verantwortlichen aber vor allem wichtig, viele unterschiedliche Veranstaltungen anzubieten. „Corona hat uns in diesem Jahr leider einen Strich durch die Rechnung gemacht“, bedauert März. „Eigentlich hätte es um diese Zeit spannende Vorträge zu den Themen Menschenrechte, vergessene Flugplätze und Digitalisierung geben sollen.“ Die kostenfreien Vorträge und Ausstellungen richten sich an alle Mitglieder – und ausdrücklich an jeden, der Lust hat. Die Redner akquiriert Achim März selbst: „Ich versuche die Menschen von unserer Arbeit zu begeistern. Wenn ich neue Menschen kennenlerne, frage ich mich immer sofort, wie wir deren Potenzial nutzen könnten. So entsteht ein Netzwerk mit vielen tollen Verbindungen.“ Dieses Netzwerk wird auf dem Schlutuper Herbstmarkt, den Stadtteilfesten oder den beliebten Herren- und Damenabenden kontinuierlich ausgebaut.

Woher kommt die Motivation?

Zuletzt ist da noch die Frage nach der Motivation der ehrenamtlich arbeitenden Verantwortlichen. Für Achim März ist es die Verbundenheit zu „seinem“ Stadtteil: „Wir sind alle Schlutuper und wollen etwas bewegen. Wir arbeiten gerne mit Verwaltung und Politik zusammen – und werden teilweise sogar von der Stadt um Rat gefragt. Außerdem ist es toll, unsere lokalen Vereine und Institutionen wie die Kindergärten, den Sportverein oder die Jugendarbeit der Freiwilligen Feuerwehr unterstützen zu können.“ Auch Michael Kieckbusch nimmt den großen Aufwand gerne in Kauf: „Natürlich ist die Arbeit neben dem eigentlichen Beruf oftmals anstrengend, aber gerade so ein kleiner Stadtteil wie Schlutup sollte eine eigene Interessensvertretung haben, die in Lübeck gehört wird.“ Und die Beiden haben schon die nächste große Vision im Hinterkopf: „Perspektivisch ließe sich der Schlutuper Fischereihafen zu einem Naherholungsgebiet weiterentwickeln, aber das ist noch Zukunftsmusik.“ Zunächst wartet eine andere große Aufgabe: die endgültige Fertigstellung der neuen Vereinsräume in der Mecklenburger Straße. Die ehemalige Sparkassenfiliale wird aktuell renoviert und mit Beamer, Leinwand und neuen Stühlen ausgestattet. „Auch dank der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung können wir hier zukünftig Veranstaltungen für bis zu 70 Personen anbieten“, freut sich März.