Tochterverein der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit

Rundgang Landgraben 2019

Rundgang: Treffpunkt Endbushaltestelle Zarnewenzweg - Palinger Weg-Hägerpohl - Schwarze Heide-Bushaltestelle Zarnewenzweg.

Am Ende des Feldweges Schwarze Heide, der hier am Palinger Weg endet, kann man den Verlauf des Landgrabens ein Stück weit verfolgen. Rechter Hand führt er vorbei an Resis Hofladen und dem Schwimmbad durch die Niederung zum Dovensee (Mühlenteich). Das Wasser fließt in Richtung Dovensee.

Geht man Richtung Schwarzmühlensee bleibt der Landgraben zunächst rechter Hand, führt dann aber unter dem Palinger Weg auf die linke Seite Richtung Reiterhof Peerstall und durch dieses Privatgelände zum See. In einiger Entfernung vom Palinger Weg nimmt der Landgraben dann seinen Weg über die Schwedenschanzen zum Wesloer Moor. Der Landgraben gehört zur Landwehr, die 1316 (1350?) fertig wurde und das Lübecker Staatsgebiet begrenzte. Dabei haben die Lübecker auch natürliche Gewässer und Sumpfgebiete genutzt, wie das Wesloer Moor. Von dort fließt die Hertogenbeek Richtung Eichholz. Hier besteht also eine Wasserscheide. Der Schwarzmühlensee entstand durch Anstau als 1619 unter Bürgermeister Brockes eine Walkmühle am Schwarzmühlensee wegen der stark wachsenden Tuchindustrie errichtet wurde.
Lange Zeit hat man am Schwarzmühlensee diese Wassermühle betrieben, die Schwarze Mühle. Sie hatte ein hölzernes Hammerwerk mit dem es möglich war Tuche zu walken, es war also eine Walkmühle.

1670 wurde die Mühle dem Amt der Raschmacher übergeben. Sie machten aus grobem Kammgarn ein leichtes Wollgewebe.

Ab 1715 arbeitete die Schwarze Mühle mit der Schlutuper Wassermühle zusammen. Beide dienten der Papierherstellung, bildeten also zusammen eine Papiermühle. In der Schwarzen Mühle wurden Lumpen mit Wasser und dem Hammerwerk zu einem Brei zerstampft, der Pulpa, und in der Wassermühle an der Schlutuper Wiek schöpfte man daraus Papier, um daraus wertvolles Büttenpapier für den Lübecker Rat herzustellen. Die Mühle verfiel nach und nach. 1798 entschloss sich der Rat den Betrieb einzustellen und 1816 musste sie wegen Baufälligkeit abgebrochen werden.

Länger als die Wassermühle bestand ein Grenzkrug an dieser Stelle. Hier gab es einen Schlagbaumdienst. Dies war der kürzere Weg nach Mecklenburg führte über Schwarzmühlen und Lauen nach Selmsdorf. Diesen Weg nutzte die Thurn-und Taxische Post.

Schwarzmühlen um 1848 nach Abbruch der Wassermühle. Das Gebäude am See kann ein Restgebäude sein. Bild GV 24

Es ist davon auszugehen, dass nach dem Abriss der Wassermühle auf den Wiesen rund um Schwarzmühlen Landwirtschaft betrieben wurde. 1934 bis 1945 war diese Landwirtschaft innerhalb des Geländes der Munitionsfabrik MfM bzw. unmittelbar angrenzend und diente vermutlich zu Ihrer Versorgung mit landwirtschaftlichen Produkten. Nach dieser Zeit und vor Übernahme durch Peerstall e.V. hatte der Bauer Krobitsch hier seinen Hof. Es war der letzte größere Landwirtschaftliche Betrieb in Schlutup.

Hof des Bauern Krobitsch am Schwarzmühlensee Luftaufnahme Bernhard Mende von 1968

Photo: Bernard Mende, Datum: 05.09.2010

Demnächst mehr

Literatur:
Schwanke: Wind und Wasser, Graupen und Grütze
Lübecker Ausflugsheft Nr. 2 Schlutup – Palingen – Herrnburg
Thormann Mühlen um Lübeck
Lübeck natürlich! Teil 3, Stand März 2008
Fotos: Ernst-Otto Reimann und Archiv des GV-Schlutup

 

Unser Buchtipp

Schlutups Wind- und Wassermühlen - eine Spurensuche

ISBN 3-7950-07836, 1. Auflage 2004

Preis: 5 € für GV-Mitglieder, 7,50 € für Nichtmitglieder

Zu beziehen über: Gemeinnütziger Verein Lübeck-Schlutup e.V.

Der Autor war ein von Mühlen faszinierter Schlutuper. Er hat in jahrelangen Nachforschungen das einmalige Mühlensystem Schlutups erkundet. In seinem vorliegenden Buch beschreibt er die ehemaligen Wind- und Wassermühlen.

Auch das historische Umfeld wird nicht vergessen. Angereichert ist dieses Buch mit vielen alten Fotodokumentationen und Aufnahmen unserer Zeit.

Das kleine reizvolle Schlutuper Mühlen-Kochbuch "Bei Müllers zu Gast" ist schon mehr als nur ein Anhang. Es lädt ein zu einer kulinarischen Reise in die Vergangenheit - und zum Nachkochen.